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DEZ

Digitale Öffentlichkeit unter Druck. Informationsangebot und -nutzung im Zeitalter von KI (Sina Blassnig, Universität Fribourg)

Öffentliche Vorlesung
Breite Öffentlichkeit
01.12.2026 17:15 - 19:00
Präsenzveranstaltung

Öffentlichkeit und der Zugang zu politischen Informationen sind Eckpfeiler einer funktionierenden Demokratie. Wie politische Informationen produziert, verbreitet und genutzt werden, hat sich jedoch grundlegend verändert durch die digitale Transformation. Journalistische Medien konkurrieren heute mit Plattformen, politischen Akteuren und zunehmend auch KI-basierten Systemen um Aufmerksamkeit und Deutungshoheit. Gleichzeitig verändern personalisierte Informationsumgebungen, algorithmische Empfehlungssysteme und KI-basierte Chatbots die Art und Weise, wie Bürger·innen Informationen finden, bewerten und für ihre politische Meinungsbildung nutzen. Der Vortrag beleuchtet diese Veränderungen aus der Perspektive von Informationsangebot und -nutzung und diskutiert deren Folgen für demokratische Öffentlichkeit, politische Teilhabe und die Resilienz demokratischer Gesellschaften im Zeitalter von Plattformen und generativer KI. (Sina Blassnig, Universität Fribourg)
Wann?
01.12.2026 17:15 - 19:00
Wo?
Standort MIS 03 / Raum 3113
Avenue de l'Europe 20, 1700 Fribourg
Organisation
Departement für Geschichte | Departement für Zeitgeschichte
Vitus Huber, Thomas Lau, Damir Skenderovic
nicolas.blumenthal@unifr.ch
Av. de l'Europe 20
1700 Fribourg
Vortragende / Mitwirkende
Prof. Sina Blassnig (Universität Fribourg)

REIHE von Veranstaltungen:
Ringvorlesung «Demokratie unter Druck. Beginnt ein autoritäres Zeitalter?»

Die Ringvorlesung bezieht sich auf den diesjährigen 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA, also der ältesten bestehenden Demokratie. Was eigentlich ein Grund zum Feiern wäre, bedenkt man all die Errungenschaften, die mit demokratischen Kontexten verbunden werden. Die aktuelle Regierung attackiert die demokratischen Werte und Institutionen derzeit allerdings systematisch. Zudem zeigt der globale Trend, dass autoritäre Ideen und autokratische Regime auf dem Vormarsch sind. Neben destruktiven inneren Kräften kommen Demokratien zusätzlich durch äussere Umstände unter Druck: Während die bewusst verlangsamten Prozesse demokratischer Abläufe zu Stabilität, Verantwortbarkeit und Rechtssicherheit beitragen, stossen sie im Zuge des digitalen Wandels, der durch beschleunigte Kommunikationsdynamiken und den zunehmenden Regulationsbedarf im Bereich der generativen KI geprägt ist, an ihre Grenzen. Auch globale Herausforderungen wie Klimawandel, soziale Ungleichheiten, Pandemien, Migration usw. erfordern raschere supranationale Lösungen. Eine historische Einordnung und interdisziplinäre Bestandsaufnahme zu Demokratien ‚unter Druck‘ erscheinen daher angebracht.
Das Konzept der Ringvorlesung folgt deshalb einem dialektischen Ansatz: Zum einen werden die historischen Erfahrungen sowohl mit multiplen Krisen wie auch mit dem Innovationspotenzial demokratischer Gesellschaften beleuchtet. Zum anderen werden die auf Gegenwart und Zukunft ausgerichteten Fragen, etwa wie stabil und resilient Demokratien aufgestellt sind und welche Errungenschaften durch autoritäre Alternativen bedroht wären, analysiert. Eine entsprechende aktualitätsbezogene Reflexion dürfte helfen, dass die Studierenden und erweiterte Hörerschaft ein historisch fundiertes und sachlich informiertes Bild über die Geschichte und Gegenwart der Demokratie erhalten.
 
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