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OKT
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Weshalb ist die Schweiz (noch) eine Demokratie? Historische Gründe und Überlegungen (Thomas Maissen, Universität Heidelberg)
Öffentliche Vorlesung
Breite Öffentlichkeit
20.10.2026 17:15 - 19:00
Präsenzveranstaltung
In ihrem Selbstverständnis sind die Schweizer Demokraten, seitdem sie sich ihre Freiheit 1291 gegen habsburgische Monarchen erkämpft haben. Dass dieses Narrativ historisch in vielerlei Hinsicht falsch ist, ändert nichts an seiner Wirksamkeit. Zugleich lässt sich nicht bestreiten, dass die Landsgemeindeorte der Alten Eidgenossenschaft die einzigen staatlichen Gebilde waren, die in der Vormoderne ernst- und dauerhaft als Demokratien theoretisch analysiert wurden. Dass ihre korporative Freiheitsvorstellungen ab 1789 konfliktreich mit der individuellen Freiheit der modernen Demokratien zusammenstießen, verhinderte nicht, dass solche Traditionen im 19. Jahrhundert die parlamentarische Demokratie und vor allem ihre direktdemokratischen Elemente legitimierten. Die demokratische Verteilung von Entscheidungskompetenzen auf den verschiedenen staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen hat sich auch in den Krisen des 20. Jahrhunderts als erstaunlich resilient erwiesen. Inwiefern gilt das weiter für die Gegenwart? (Thomas Maissen, Universität Heidelberg)
Wann?
20.10.2026 17:15 - 19:00
Wo?
Organisation
Departement für Geschichte | Departement für Zeitgeschichte
Vitus Huber, Thomas Lau, Damir Skenderovic
nicolas.blumenthal@unifr.ch
Av. de l'Europe 20
1700 Fribourg
Vitus Huber, Thomas Lau, Damir Skenderovic
nicolas.blumenthal@unifr.ch
Av. de l'Europe 20
1700 Fribourg
Vortragende / Mitwirkende
Prof. Thomas Maissen (Universität Heidelberg)
REIHE von Veranstaltungen:
Ringvorlesung «Demokratie unter Druck. Beginnt ein autoritäres Zeitalter?»
Die Ringvorlesung bezieht sich auf den diesjährigen 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA, also der ältesten bestehenden Demokratie. Was eigentlich ein Grund zum Feiern wäre, bedenkt man all die Errungenschaften, die mit demokratischen Kontexten verbunden werden. Die aktuelle Regierung attackiert die demokratischen Werte und Institutionen derzeit allerdings systematisch. Zudem zeigt der globale Trend, dass autoritäre Ideen und autokratische Regime auf dem Vormarsch sind. Neben destruktiven inneren Kräften kommen Demokratien zusätzlich durch äussere Umstände unter Druck: Während die bewusst verlangsamten Prozesse demokratischer Abläufe zu Stabilität, Verantwortbarkeit und Rechtssicherheit beitragen, stossen sie im Zuge des digitalen Wandels, der durch beschleunigte Kommunikationsdynamiken und den zunehmenden Regulationsbedarf im Bereich der generativen KI geprägt ist, an ihre Grenzen. Auch globale Herausforderungen wie Klimawandel, soziale Ungleichheiten, Pandemien, Migration usw. erfordern raschere supranationale Lösungen. Eine historische Einordnung und interdisziplinäre Bestandsaufnahme zu Demokratien ‚unter Druck‘ erscheinen daher angebracht.
Das Konzept der Ringvorlesung folgt deshalb einem dialektischen Ansatz: Zum einen werden die historischen Erfahrungen sowohl mit multiplen Krisen wie auch mit dem Innovationspotenzial demokratischer Gesellschaften beleuchtet. Zum anderen werden die auf Gegenwart und Zukunft ausgerichteten Fragen, etwa wie stabil und resilient Demokratien aufgestellt sind und welche Errungenschaften durch autoritäre Alternativen bedroht wären, analysiert. Eine entsprechende aktualitätsbezogene Reflexion dürfte helfen, dass die Studierenden und erweiterte Hörerschaft ein historisch fundiertes und sachlich informiertes Bild über die Geschichte und Gegenwart der Demokratie erhalten.
Weitere Veranstaltungen dieser Reihe
Das Konzept der Ringvorlesung folgt deshalb einem dialektischen Ansatz: Zum einen werden die historischen Erfahrungen sowohl mit multiplen Krisen wie auch mit dem Innovationspotenzial demokratischer Gesellschaften beleuchtet. Zum anderen werden die auf Gegenwart und Zukunft ausgerichteten Fragen, etwa wie stabil und resilient Demokratien aufgestellt sind und welche Errungenschaften durch autoritäre Alternativen bedroht wären, analysiert. Eine entsprechende aktualitätsbezogene Reflexion dürfte helfen, dass die Studierenden und erweiterte Hörerschaft ein historisch fundiertes und sachlich informiertes Bild über die Geschichte und Gegenwart der Demokratie erhalten.
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