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DESCRIPTION:Die Erforschung der radikalen Rechten in Europa hat in den letzten Jahren erheblich an Dynamik gewonnen. Insbesondere in Deutschland ist seit einigen Jahren ein markanter Aufschwung zu beobachten, der sich in neuen Forschungsnetzwerken, akademischen Initiativen und wissenschaftlichen Publikationen zeigt.\n\nIn der Schweiz bleibt die Forschungstätigkeit bislang vergleichsweise fragmentiert und institutionell kaum verankert. Zugleich zeigt sich, dass Projekte parallel laufen, ohne miteinander in Kontakt zu stehen, und vor allem auch der interdisziplinäre Austausch bisher nur schwach ausgeprägt ist. Vor diesem Hintergrund soll eine Forschungsgruppe gegründet werden, die Forschende zusammenführt, die sich mit der radikalen Rechten und ihren unterschiedlichen Ausprägungen – etwa der populistischen, der extremen oder der sogenannten neuen Rechten – befassen.\n\nDie Forschungsgruppe soll den fachübergreifenden Dialog stärken und langfristig eine Plattform für die Kooperation und Weiterentwicklung des Forschungsfeldes in der Schweiz bietet. Zugleich soll sie auch den inter- und transnationalen Austausch mit bestehenden Forschungsgruppen und Netzwerken wie dem «Zeithistorischen Arbeitskreis Extreme Rechte» (ZAER) und dem «Network for Nordic Fascism Studies» (NORFAS) fördern und ausbauen. Dadurch soll die Zusammenarbeit über die Schweiz hinaus intensiviert und nachhaltig verankert werden.\n\nAusrichtung der Forschungsgruppe:\nDie Forschungsgruppe richtet sich in erster Linie an Doktorierende und Postdocs, steht jedoch ausdrücklich allen Forschenden offen, die sich mit der radikalen Rechten befassen. Eingeladen sind Forschende aus der Geschichtswissenschaft ebenso wie aus sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen, insbesondere aus der Soziologie, Politik-, Medien- und Religionswissenschaft.\n\nZeitlich richtet sich der Fokus der Forschungsgruppe sowohl auf die Epoche des historischen Faschismus als auch auf die vielfältigen Kontinuitäten, Transformationen und Neuformierungen der radikalen Rechten nach 1945 bis heute. Besonderes Interesse gilt dabei der Entstehung neuer Strömungen wie der sogenannten Neuen Rechten sowie deren ideologischen, organisatorischen und personellen Entwicklungslinien. Ebenso sollen transnationale Vernetzungen in den Blick genommen werden, um Austauschprozesse, Transfers und globale Bezugnahmen sichtbar zu machen. Nicht zuletzt zielt die Forschungsgruppe darauf ab, gegenwärtige Erscheinungsformen der radikalen Rechten zu erfassen und im Lichte langfristiger Entwicklungen analytisch einzuordnen.\n\nThematisch sind alle Forschungsvorhaben mit Bezug zur radikalen Rechten willkommen, u. a.:\n- Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus\n- Völkische Ideologien, Sozialdarwinismus, Identitätspolitiken\n- Populismus, Parteipolitik, Autoritarismus, Antiliberalismus\n- Naturvorstellungen, Ökologie, Biopolitik, Bevölkerungspolitik\n- Geschlechterordnungen, Männlichkeitsentwürfe, Antifeminismus\n- Religionsbezüge, Esoterik, Verschwörungserzählungen\n- Antiintellektualismus, alternative Wissensproduktion, Pseudowissenschaft\n- Medienstrategien, Gegenöffentlichkeiten, digitale Radikalisierung\n- Erinnerungspolitik, Geschichtsbilder, Revisionismus, Negationismus\n- Gewalt, Terrorismus, paramilitärische Netzwerke\n- Intellektuelle Milieus, Metapolitik, kulturelle Strategien\n- Jugendkulturen, Subkulturen, Musikszenen\n\nEin besonderer Fokus liegt dabei auf Forschungen mit Bezug zur Schweiz und ihren transnationalen sowie globalen Verflechtungen. Dies ist jedoch keine Voraussetzung für eine Teilnahme in der Forschungsgruppe.\n\nErstes Treffen und die weitere Perspektive:\nDas erste Treffen dient dazu, laufende Forschungsprojekte sichtbar zu machen, die Vernetzung zwischen Forschenden in der Schweiz zu stärken sowie Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten zu besprechen. Darüber hinaus werden Struktur, Zielsetzung und perspektivische Ausrichtung der Forschungsgruppe diskutiert.\n\nAnschliessend sind zwei bis drei Treffen pro Jahr geplant, bei denen aktuelle Arbeiten im Werkstattformat vorgestellt und diskutiert, Texte gemeinsam besprochen, Archivbestände gesichtet, Tagungen oder Workshops konzipiert sowie strategische Fragen der Erforschung der radikalen Rechten in der Schweiz reflektiert werden. Ebenso sollen Fördermöglichkeiten und institutionelle Verankerungen geprüft werden. Die Forschungsgruppe ist als Forum für wissenschaftlichen Austausch wie auch zur Nachwuchsförderung gedacht und wird partizipativ, kollegial und offen organisiert sein.\n\nDas Kick-off-Treffen findet am Mittwoch, den 20. Mai 2026 von 10.15-12.00 Uhr an der Universität Fribourg statt; mit der Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen im Anschluss. Es wird vom Departement Zeitgeschichte (Stefan Rindlisbacher, Damir Skenderovic) durchgeführt.\n\nDie Veranstaltung findet auf Deutsch und Französisch statt (jede Person spricht in ihrer präferierten Sprache). Beiträge auf Englisch sind ebenfalls möglich.\n\nAnmeldung: Interessierte melden sich für die Teilnahme bis 10. Mai bei Stefan Rindlisbacher an: stefan.rindlisbacher@unifr.ch \nBitte fügen Sie Ihrer Anmeldung einige kurze Angaben zu Ihrer institutionellen Anbindung (sofern vorhanden), zu Ihrem fachlichen Hintergrund sowie zu Ihren aktuellen oder geplanten Forschungsvorhaben bei.\n\nSollten Sie am ersten Treffen verhindert sein, können Sie sich dennoch melden, um in den Verteiler der Forschungsgruppe aufgenommen zu werden und künftig über weitere Treffen, Aktivitäten und Entwicklungen informiert zu werden. Weitere organisatorische Informationen folgen nach der Anmeldung.
SUMMARY:Gründung einer Forschungsgruppe zur radikalen Rechten in der Schweiz
CATEGORIES:Tagung / Konferenz\, Andere
LOCATION:MIS 04\, Avenue de l'Europe 20\, 1700 Fribourg
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