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AVR

Gewalt von und gegen Polizei: Kriminalsoziologische Perspektiven

Conférence Public-cible: Ouvert au grand public
«Die Polizei» besitzt als staatliche Institution die Legitimation zur Gewaltausübung. Eine solche legale Anwendung von «Gewalt» unterliegt einem engen gesetzlichen Rahmen. Darüber hinaus gibt es jedoch einen Graubereich sowie klare Grenzüber-schreitungen. Unrechtmässige Gewaltanwendung wird von Opfern gemeldet und angezeigt, aber nur sehr selten kommt es zu Strafverfahren und noch weniger zu Verurteilungen. Solchen Übergriffen seitens der Polizei steht eine von Polizeivertre-terInnen reklamierte Zunahme von Gewalt an PolizistInnen gegenüber, die in den letzten Jahren stetig zugenommen haben soll. Dieser Vortrag knüpft hier an und zielt darauf ab, Klärung in
dieses Spannungsfeld zwischen der Polizei als Täter und/oder als Opfer von Gewalt zu bringen. Von einer soziologischen Perspektive ausgehend, wird zuerst die Poli-zei als Organisation vorgestellt. Anschliessend wird auf verschiedene Aspekte und Ansätze rund um Polizeigewalt und Gewalt gegen die Polizei eingegangen.
Quand?
16.04.2019 17:15
Où?
Site MIS 03 / Salle 3100 C
Avenue de l'Europe 20, 1700 Fribourg
Organisation
Soziologie, Sozialpolitik, Sozialarbeit
Michael Nollert
michael.nollert@unifr.ch
Intervenants
Silvia Staubli, Universität Fribourg

CYCLE:
Vortragsreihe: Soziale Konflikte – Typen, Ursachen und Bewältigung

Konflikte zwischen Menschen, Gruppen oder Staaten sind häufig Ursache und Folge sozialer Probleme. Angefangen mit Marx und Engels, die die gesellschaftli-che Entwicklung als «Geschichte von Klassenkämpfen» (1848) sahen, sowie Sim-mel, der auf zwischenmenschliche Konflikte fokussierte, hat die soziologische Ana-lyse von Konflikten eine lange Tradition.

Allerdings entfaltet sich bereits im 19. Jh. die Kontroverse zwischen Ansätzen, die wie Marx, Simmel und später Coser die konstruktiven Aspekte von Konflikten und solchen, die dysfunktionale Aspekte von Konflikten betonen (Durkheim, Parsons).

Analoge Divergenzen finden wir auch hinsichtlich der Ursache von Konflikten. Während funktionalistische Ansätze vornehmlich auf kulturelle Integrations- und Kommunikationsdefizite verweisen, richtet sich das Augenmerk von Konflikttheo-rien auf ökonomische, politische und kulturelle Differenzen.

Entsprechend variieren auch die Vorschläge, Konflikte zu bewältigen, zwischen Integrationskursen, Erziehungstipps, Resozialisation, mehr Dialog und strukturellen Reformen, die u.a. das ökonomische Gefälle zwischen Menschen, Gruppen und Staaten verringern.

Moderne Gesellschaften verfügen an sich dank demokratischer Institutionen, Sozi-alpolitik und Sozialarbeit über tragfähige Instrumente, um destruktive, gewalttätige Manifestationen von Konflikten zu begrenzen. Entsprechend wird die Vortragsreihe nach einer Einführung in die theoretischen Grundlagen und Referaten zu aktuel-len Konflikten in der Schweiz Massnahmen thematisieren, die zu deren Bewälti-gung beitragen sollten.
 
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