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MAI

Religiöse Trauung ohne Zivilehe - Paarbeziehungen ohne staatlichen Schutz?

Autre Public-cible: Ouvert au grand public
Immer wieder mal wird in der Schweiz die politische Forderung nach einer Aufhebung der obligatorischen Ziviltrauung erhoben. Religiöse Trauungen sollten auch ohne zwingende vorgängige staatliche Eheschliessung möglich sein. In einer Zeit der Pluralisierung der Lebensformen erscheint die obligatorische Ziviltrauung als ein überkommenes Relikt aus der Zeit des Kulturkampfes. Warum also nicht nur rein religiös heiraten? Dies passt zur Forderung mancher ZivilrechtlerInnen, dass der Staat sich auf die Regelung der Beziehungen (Paar- und Familienbeziehungen) und nicht auf die Institution Ehe fokussieren sollte. Für die Kirchen könnte eine solche Option attraktiv sein, da dies ihre Eheschliessungszeremonien aufwerten würde.
Sogleich stellen sich aber Fragen: Wie steht es dann bei nur religiös geschlossenen Ehen mit den vom Zivilgesetzbuch geregelten Eheschliessungsfolgen (Güterrecht, Kindesrecht, Scheidungsrecht, Erbrecht)? Untergräbt man nicht die Rechtssicherheit, welche das Zivilrecht mit der Regelung der Ehe als Institution ja gerade gewährleisten will? Haben überhaupt alle Religionsgemeinschaften in der Schweiz ein eigenes, ausgebildetes Eheschliessungsrecht? Und fördert man mit einem solchen Vorgehen nicht
auch patriarchale Lebensformen und geschlechterdiskriminierende Praktiken, die mit religiösen Rechten manchmal einhergehen? Schliesslich: Untergräbt man nicht die Bemühungen im Kampf gegen Zwangsheiraten?

Podiumsteilnehmende:
Dr. David Rüetschi, Bundesamt für Justiz
Hansruedi Huber, Medienverantwortlicher Bistum Basel
Anu Sivaganesan, MLaw, Fachstelle gegen Zwangsheiraten
Claudio Zanetti, Nationalrat
Moderation: Dr. Daniel Kosch, Generalsekretär RKZ

Programm:
17.30 Inputreferat I: Religionsrechtlicher Kontext
(Prof. René Pahud de Mortanges)
Inputreferat II: Zivilrechtlicher und soziologischer Kontext
(Prof. Alexandra Jungo)
18.15 Podiumsdiskussion
19.45 Apéro
20.30 Schluss
Quand?
03.05.2018 17:30 - 20:30
Où?
Salle Haus der Religionen
Europaplatz 1, 3008 Bern
Organisation
Institut für Religionsrecht & Institut für Familienforschung und -beratung
Burim Ramaj
burim.ramaj@unifr.ch
Av. de l'Europe 20
1700 Fribourg
026 300 80 23
Intervenants
Podiumsteilnehmende:
Dr. David Rüetschi, Bundesamt für Justiz
Hansruedi Huber, Medienverantwortlicher Bistum Basel
Anu Sivaganesan, MLaw, Fachstelle gegen Zwangsheiraten
Claudio Zanetti, Nationalrat

Moderation:
Dr. Daniel Kosch, Generalsekretär RKZ

Inputreferate:
Prof. René Pahud de Mortanges
Prof. Alexandra Jungo