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Mehrsprachigkeit und Interkulturalität im österreichischen Militär im Rahmen der Teilnahme an friedensunterstützenden Operationen

Conférence, Autre Public-cible: Ouvert au grand public
Lunch-Talk
Die vorliegende Forschungsarbeit zielt darauf ab, Verbesserungen sowohl im sprachlichen als auch im interkulturellen Bereich für Soldaten
zu erzielen, um im Rahmen von friedensunterstützenden Operationen professionell(er) agieren zu können. Insbesondere aufgrund des Paradigmenwechsels bei der Beteiligung Österreichs an solchen Operationen: von den klassischen UN-Peacekeeping Missions zu robusten Operationen.
Unter Anwendung eines Methodenmixes wurden dazu rund 900 Soldaten befragt, Interviews geführt, eigene Erfahrungen reflektiert und ein umfangreiches Literaturstudium gemacht.
Zu den wichtigsten Ergebnissen der Arbeit gehören:
• der Nachweis der wechselseitigen Abhängigkeit von Sprache und Kultur in friedensunterstützenden Operationen;
• der Bedarf sowohl einer interkulturellen als auch linguistischen Kompetenz;
• der Nachweis der geringen Effektivität der derzeitigen vorbereitenden Einsatzausbildung;
• das Wechselspiel von Mehrsprachigkeit und interkultureller Kompetenz in Theorie und Praxis;
• die Nicht-Vergleichbarkeit von „mehrsprachigen“ Streitkräften mit der Situation im Österreichischen Bundesheer;
• die Notwendigkeit eines Wechsels in der Denkweise und in der Herangehensweise an die „neuen“ friedensunterstützenden Operationen;
• die Wichtigkeit der gegenwärtigen Verpflichtung Österreichs und dessen Beitrag zu solchen Operationen.

Aufgrund der daraus resultierenden Mangelerscheinungen wurden folgende Empfehlungen zur Verbesserung in der Ausbildung erarbeitet:
1. Schaffung eines Militärsprach- und interkulturellen Portfolios
2. sprachliche Unterstützung auf allen Ebenen (strategisch, operationell, taktisch)
3. Bildung von „Sprachreserven“
4. Einführung von interkulturellen und Sprachausbildungsmodulen
5. Schaffung von Niveau-basierenden Ausbildungsstrukturen für die interkulturelle Kompetenz

Vortrag auf Deutsch
Quand?
23.03.2017 12:15 - 13:15
Où?
Salle K1.03 Institut für Mehrsprachigkeit
Murtengasse 24 0, 1700 Freiburg
Organisation
Institut für Mehrsprachigkeit der Universität und der PH Freiburg
Susanne Obermayer
susanne.obermayer@unifr.ch
Rue de Morat 24
1700 Fribourg
+41 (0)26 305 61 71 / 73
Intervenants
Dr. Josef Ernst, Sprachinstitut des Bundesheeres, Landesverteidigungsakademie, Wien
Pièces jointes